Eva sucht nach Worten

eva sucht nach WortenEs gibt ein Gesetz über die Gleich-Behandlung aller Menschen.
Dieses Gesetz sagt: alle Menschen sollen die gleichen Rechte haben.
Eva Sindram arbeitet daran:  Sie will das Gesetz wahr machen.

Eva ist Sexual-Lehrerin bei Pro Familia.
Pro Familia ist eine Beratungs-Stelle.
Eine Beratungs-Stelle hat Fach-Leute.
Diese Fach-Leute können viele Fragen beantworten.
Fragen über Liebe und Sex.

Eva spricht mit Menschen mit Behinderung.
Zum Beispiel über:  

  • Gefühle
  • Liebe 
  • Partnerschaft 
  • Selbst-Bestimmung

Eva erklärt diese schweren Worte.
Manche Menschen wollen nicht darüber sprechen.
Weil man ein komisches Gefühl bekommt, wenn man darüber spricht.
Eva Sindram möchte Menschen mit Behinderung das Reden leichter machen.
Sie sollen lernen was die Worte bedeuteten.
Und darüber nachdenken und reden.
Kinder lernen darüber schon ganz früh.
Manchmal schon im Kindergarten.

Menschen mit Behinderung werden oft nicht aufgeklärt.
Aufklärung heißt:

  • man lernt, was Selbst-Bestimmung bedeutet
  • man lernt, wie die Geschlechts-Teile bei Frau und Mann heißen
  • man lernt, wie Kinder entstehen
  • man lernt, was Sexualität bedeutet

Diese Aufklärung möchte Eva Sindram machen.
Sie bringt die Menschen zum Reden und zum Nachdenken.

Zum Beispiel so:
Eine kleine Gruppe von Menschen mit Behinderungen sitzt im Kreis.
Eva hat in die Mitte vom Kreis unterschiedliche Dinge gelegt.
Zum Beispiel ein kleines Herz.
Das Herz erinnert an Liebe.
Oder auch an Liebes-Kummer.

Eine junge Frau nimmt das Herz und erzählt:
Man muss heulen, wenn man Liebes-Kummer hat.
Sie hat das schon mal erlebt. Sie weiß wie es sich anfühlt.
Jetzt reden auch die anderen mit:
Über die Liebe.
Oder über Sexualität.

Zum Ende sagt ein Mann:
Viele Menschen denken:
die Behinderten brauchen keinen Partner oder keinen Sex.
Aber das ist falsch.
Auch daran arbeitet Eva.
Alle Menschen sollen wissen:
Es gibt Menschen mit Behinderung, die Liebe und Sexualität kennen.
Und es gibt Menschen mit Behinderung, die Liebe und Partnerschaft erleben wollen.

Eva will auch den Eltern und Betreuern helfen.
Sie sollen mehr über die Sexualität bei Menschen mit Behinderung erfahren.
Und sie sollen mutig sein und darüber sprechen.

Eva Sindram hat ein Programm gemacht.
Darin geht es um Menschen mit Behinderung und Sexualität.
Die Aktion Mensch gibt Geld für diese Arbeit.
Damit kann Eva das bezahlen, was sie für ihre Arbeit braucht.

Sie sucht auch nach Spenden.
Das ist nicht einfach.
Weil Sexualität bei Menschen mit Behinderung ein Tabu-Thema ist.
Tabu-Thema heißt:
Die Menschen wollen nicht darüber reden.
Aber das soll sich ändern.

Warum macht Eva das alles?
Sie will gegen falsche Meinungen der Menschen an kämpfen.
Falsche Meinungen nennt man Vorurteile.
Vorurteile entstehen oft durch Nicht-Wissen.
Gegen dieses Nicht-Wissen arbeitet Eva.

Sie hat viel gelernt:
Sie war lange in einem Frauen-Haus.
In einem Frauen-Haus wohnen Frauen die Angst haben.
Sie haben zum Beispiel Angst vor Gewalt.
Darum müssen sie manchmal zu Hause ausziehen.
Dann gehen sie in ein Frauen-Haus.
Eva hat den Frauen wieder Mut gemacht.
Sie hat sie unterstützt.

Eva hat auch in Schulen gearbeitet.
Sie hat die Kinder aufgeklärt.
Den Beruf nennt man Sexual-Pädagogin.

Sie hat auch viel über andere Dinge gelernt.
Zum Beispiel über die Arbeit der alten Medizin-Männer.
Und über Heilung.

Durch dieses viele Wissen kann Eva ihre Arbeit sehr gut machen.
Sie kann das Gesetz über die Gleich-Behandlung aller Menschen wahr machen.



Übersetzt in Leichte Sprache:
Antje Hoffmann
Caritas-Zentrum St. Vinzenz, Ingolstadt
Offene Hilfen

 

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